D’Chraft us dä Natur – im Interview mit Matthias

aawander permakultur

D’Chraft us dä Natur – im Interview mit Matthias

Was ist überhaupt Permakultur und könnte man mit dieser Anbaumethode sogar die Weltbevölkerung ernähren? Über das Entstehen des neuen Permakulturhofs in Mettendorf und wie sich die Produkte abheben berichtet Matthias Lüthi, Gründer und Inhaber des Aawander Permakultur Hof.



Hey Matthias, ich freute mich sehr auf dieses Interview, denn es ist an der Zeit, den Leuten einen Einblick in die Permakultur zu schenken. Wenn du jemandem in drei Worten deinen Hof beschreiben müsstest, was wären diese?

Hallo Sina, Die Freude ist ganz meinerseits. Herzlichen Dank, dass du mir die Plattform bietest, unseren Hof und unsere Philosophien zu präsentieren. Folgende Schlagwörter repräsentieren unsere Arbeit auf Aawander:
– Gesundheitsfördernde Lebensmittel
– Naturkreisläufe
– Enkeltaugliche Landwirtschaft


Gab es Permakultur schon früher?

Die Permakultur sehe ich als die ursprüngliche Form der Landwirtschaft, welche in vielen privaten Gärten bewusst oder unbewusst nie an Bedeutung verloren hat. Der Begriff Permakultur an sich entstand in den 1970er Jahren.


Wie bist du zur Permakultur gekommen?

Wie in allen Themenbereichen die mein Leben begleiten, war ich auch bei der Landwirtschaft offen für alternative Gedanken und Grundsätze. Bei den Recherchen drang ich immer tiefer in die Materie ein. Von der ursprünglichen Leidenschaft des konventionellen Ackerbaus ging es über die Anbaumethoden nach Bio-Richtlinien zur Permakultur. Dieser Weg ist mit der Permakultur als Allgemeinbegriff noch lange nicht zu Ende. Auch innerhalb dieser Ansicht gibt es viele Punkte die ich noch tiefer erforschen will.




Was zeichnen deine Produkte aus?

Hohe Qualität. Je besser der Zustand des Bodens und je kleiner das Stresslevel der Pflanze, desto hochwertiger das Endprodukt für den Konsumenten. Pflanzen stehen in Symbiose mit dem Bodenleben wie Pilze und Mikroorganismen. Diese machen die Nährstoffe im Humus für sie verfügbar. Ein Teil des durch Photosynthese entstandenen Zuckers tauscht die Pflanze mit dem Bodenleben gegen Nährstoffe wie Kalzium oder Eisen aus. Zusammengefasst bedeutet dies, dass durch unsere Gestaltungs- und Kulturform ein nährstoffreicheres Endprodukt entsteht.


Welche Zukunftspläne hast du für den Aawander Permakultur Hof?

Zurzeit bewirtschaften wir eine Fläche die ausreicht gut einhundert Personen über den Sommer mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Das wird in diesem Umfang die nächsten Jahre so bleiben. Unser Fokus liegt in der Qualitätssteigerung der Lebensmittel und der Integration von Lebensräumen für Wildtiere und -pflanzen.


Kann die Weltbevölkerung mit dieser Anbaumethode ernährt werden?

Langfristig sehe ich den Wandel zur naturnahen Landwirtschaft als unumgänglich, um in einhundert Jahren noch Mutterboden zu haben, in welchem natürliche Lebensmittel gedeihen können. Um in naher Zukunft die Ernährung sicherzustellen ist die Permakultur sicher auch geeignet, jedoch nur mit Einbezug diverser äusseren – teils im globalen System gefangenen – Faktoren. Dazu zählen zum einen die Lebensmittel, welche im Mülleimer landen und die Überproduktion die direkt auf dem Feld vernichtet wird, Zum anderen benötigen die Energieproduktion und die Herstellung von tierischen Produkten grosse Landflächen. Auch politische Faktoren, wie globale Handelsverträge spielen eine grosse Rolle. Grundsätzlich empfehle ich jedem Konsumenten sich breit über dieses Thema zu informieren und mit seinem Portemonnaie die daraus gewonnenen Überzeugungen zu unterstützen.


Auf was achtest du selbst bei deiner Ernährung?

Meine Ernährungsphilosophie basiert auf der Überzeugung, dass unsere Spezies sich rein pflanzlich ernährt, wobei der Anteil der Rohkost sehr gross ist. Grosse Beachtung schenke ich natürlich der Anbaumethode meiner Mahlzeiten um das oben erwähnte Optimum an Inhaltsstoffen zu generieren. Zudem fühle ich mich besser durch den Verzicht von Zucker, Salz, Konservierungsstoffen und Antioxidationsmittel (E-Stoffe).


Vielen Dank für den spannenden Einblick Matthias. Ich lerne immer wieder Neues aus der Natur und hoffe, das eine oder andere Interesse geweckt zu haben, auch einmal auf dem Aawander Hof vorbei zuschauen. Der Hofladen besteht momentan noch aus einem farbenfroh gefüllten Kühlschrank, aus dem man sich bedienen kann. Bezahlen kann man per twint oder bar.

Aawander Permakultur
Hauptstrasse 2
8553 Mettendorf 

www.aawander.ch
info@aawander.ch

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